
PAMPIN - Der Beitel klingt hell auf dem Stein, der vor Andrea Endres auf einem Holzbock liegt. Sie fährt mit den behandschuhten Fingern über die Krümmung und will ihr folgen. Will aus den vorhandenen Linien etwas Neues herausschlagen. In der "academy of stone" von Herbert Hundrich. In einer Akademie in Pampin inmitten ländlicher Ruhe, die die Arbeit mit der Kunst im Blick hat - nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Hundrich unterrichtet auch auf Mallorca. Hat einen Teil seiner Schüler nach Mecklenburg geholt - derzeit arbeiten fünf Frauen hier. Und auch er will bleiben, schwärmt von der wunderbaren Landschaft. Wie Andrea Endres. Wenn der Stein behauen ist, will die 41-Jährige aus Fürth das Land bereisen.
Von Sandra Gyurasits
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Es geht hier nicht darum zu lernen, wie man aus einem groben
Steinklotz eine filigrane Flamenco-Tänzerin macht. Es geht
hier zwar um einen Bildhauer-Kurs, aber nicht um einen herkömmlichen.
"Ich habe ein anderes Verständnis von Unterricht", sagt Herbert
Hundrich. Der deutsche Künstler bietet im Oktober ein Seminar
über freies künstlerisches Gestalten in seinem Atelier und Werkhof in
Sineu an. "Das wird kein Naturkundestudium. Wir werden keine Blätter
abzeichnen. Wer nur eine Technik lernen möchte, ist hier fehl am Platz",
so der Lehrer. |
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Der Werkhof war früher eine Art Sportplatz aus Beton, auf dem sich die
Mallorquiner einer beliebten Sportartwidmeten, dem frontón. Dabei wird ein
kleiner harter Ball mit der bloßen Hand, einer Art Lederhandschuh oder einem
aus Korb geflochtenem Fangschläger gegen eine Mauer (frontón) geschlagen - so
ähnlich wie beim heutigen Squash. Im Keller, den Hundrich als Lager
umfunktioniert hat, befanden sich damals Umkleidekabine, Dusche und Toiletten. |
Von Sandra Gyurasits
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Seminare, Kurse, Workshops, die etwas mit Kunst zu tun
haben, gibt es auf Mallorca zuhauf. Einige leiden jedoch
an Teilnehmer-Mangel, andere bleiben eine einmalige
Angelegenheit. Ganz offensichtlich eine Ausnahme ist
der Bildhauerkurs, den der deutsche Künstler Herbert
Hundrich in seinem Werkhof in Sineu anbietet. Nach dem
ersten Seminar im Oktober, "wurde das ganze ein Selbstläufer"
wie Hundrich sagt. Schüler und Lehrer waren
gleichermaßen begeistert, so dass die Gruppe, bestehend
aus zehn Leuten, beschloss dabei zu bleiben. Zwei
weitere Kurse im Februar und April folgten, der vierte
ist bereits geplant. |
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Ina Niggemeyer wusste genau, was aus ihrem Stein werden sollte.
Sie macht dem deutschen Bildhauer Ernst Barlach Konkurrenz und
hat sein Werk "Lachende Alte" (1937) nachmodeliert. "Das
Lächeln war ganz schön schwierig", erzählt sie. Bei der Nase
musste sie sich dem Stein beugen. Dennoch ist sie selbst
überrascht was sie aus dem Stein geformt hat. Einer, der sich ebenfalls
mit einem konkreten, wenn auch gewagten Modell vor Augen
an die Arbeit machte ist Christoph Henn aus der Schweiz.
Er verblüffte seine Kollegen mit der Ankündigung: "Ich mache
einen Penis aus Stein." Sein Werk beweist, er hat sein Ziel erreicht. |